Aleksandra Kerienė und Vilius Keras sind die Gründer von Baltic Mobile Recordings (BMR), mit Sitz in Vilnius, Litauen. Die beiden sind auf akustische Musikaufnahmen spezialisiert, sie sind Lebens- und Geschäftspartner. „Wir arbeiten seit fast fünfzehn Jahren zusammen”, erzählt Vilius. „Erst haben wir eine Familie gegründet, dann das Unternehmen.” Aleksandra ergänzt lachend: „Ich bin mir nicht sicher, was zuerst kam.”

Aleksandra Kerienė ist Tonmeisterin, Vilius Keras Toningenieur und Aufnahmeproduzent. Gemeinsam haben sie BMR zu einem der renommiertesten Aufnahmeteams im Baltikum aufgebaut. Sie arbeiten mit Künstlerinnen und Künstlern wie Gidon Kremer und seinem Kremerata Baltica Chamber Orchestra, der Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig und Dirigent Andris Nelsons sowie der litauischen Mezzosopranistin Justina Gringytė und dem Opernhaus Zürich. Zu ihren Referenzen zählen eine Grammy-Nominierung für die beste Opernaufnahme (Verdis Rigoletto, 2018) und eine Grammy-Nominierung für die beste Orchesteraufnahme (Weinberg-Sinfonien mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra, 2019). Ihre jüngsten Auszeichnungen sind eine Opus-Klassik-Nominierung für die Opernaufnahme des Jahres für Weinbergs The Passenger unter der Leitung von Mirga Gražinytė-Tyla mit dem Orchestra del Teatro Real Madrid, ein International Classical Music Award 2025 für die beste Kammermusik-Aufnahme (Quatuor Danel, Shostakovich: String Quartets Nos. 1–15) und ein International Classical Music Award 2026 für die beste Ersteinspielung (Shostakovich Discoveries).

Das Paar lernte sich als Studenten an der Universität in Litauen kennen. Die Colette-Serie von SCHOEPS entdeckten sie erst, als Aleksandra in Kopenhagen und Vilius in Darmstadt weiterstudierte. „Da haben wir sie zum ersten Mal in die Hand genommen und verstanden, was für außergewöhnliche Werkzeuge das sind”, erinnert sich Vilius.

EINE INVESTITION, DIE SICH AUSGEZAHLT HAT

Als die beiden BMR gründeten, war die Frage, welche Investition sie zuerst tätigen sollten, schnell beantwortet. „Wir haben uns als Paar keine Geschenke gemacht. Stattdessen haben wir uns während der Gründungsjahre gegenseitig SCHOEPS Mikrofone gekauft, denn sonst hätten wir das Geschäft nicht zum Laufen gebracht”, erklärt Vilius. „Deshalb werden wir SCHOEPS immer in besonderer Erinnerung behalten.”

Diese frühe Investition legte den Grundstein für eine Arbeitsbeziehung mit SCHOEPS, die sich inzwischen über mehr als ein Jahrzehnt gefestigt hat. Heute umfasst BMRs Mikrofonsammlung die gesamte Colette-Serie und weitere Mikrofone von SCHOEPS. Jede Kapsel erfüllt eine eigene Rolle in ihren Aufnahmen.

DER SCHLÜSSEL ZUR AUFNAHME

Rund achtzig Prozent der Aufträge von BMR sind mit Videoproduktionen verbunden, was die Wahl ihres gesamten Mikrofon-Setups beeinflusst. Wenn Produktionsfirmen anrufen, erklärt Vilius, sei die erste Frage, ob man Mikrofone der Colette-Serie besitzt. „Man wird nur mit ihnen arbeiten, wenn man die Colette-Serie hat, denn man muss unsichtbar sein und trotzdem die gleiche Klangqualität liefern”, betont er.

Bei Videoproduktionen können Mikrofone aufgrund von Kamerasichtlinien oft nicht in der akustisch optimalen Position platziert werden. Sie landen seitlich versetzt oder in ungünstiger Position oder in suboptimalem Abstand. „Deshalb arbeiten wir so gern mit SCHOEPS", sagt Vilius. „Sie klingen auch off-axis hervorragend, und das ist entscheidend, wenn man sich mit der Bildregie abstimmen muss.”

Der Mikrofonverstärker CMC 1 K ist zu einem wichtigen Teil dieses Workflows geworden. Sein kompakter Formfaktor und das fest verbaute Kabel ermöglichen es Aleksandra und VIlius, Mikrofone in Positionen zu hängen, die mit größeren Verstärkern nicht möglich wären. „Wir nutzen den CMC 1 K wegen seiner Flexibilität bei der Verkabelung. So können wir die Mikrofone überall dort aufhängen, wo wir sie brauchen”, sagt Vilius.

DIE RICHTIGE KAPSEL FÜR JEDES INSTRUMENT

Mit einem Mikrofonbestand von 20 SCHOEPS Kapseln und 18 Verstärkern sind Aleksandra und Vilius für jede Aufnahmesituation gerüstet. Nach seiner Lieblingskapsel gefragt, gibt sich Vilius diplomatisch: „Es gibt keine Lieblingskapsel. Sie sind alle auf ihre jeweilige Art meine Favoriten.”

Die MK 4 (Niere) ist fester Bestandteil jeder Aufnahme. Eine entscheidende Entdeckung machten sie jedoch während ihrer langjährigen Aufnahmebeziehung mit Gidon Kremer und Kremerata Baltica, die sich über weit mehr als ein Jahrzehnt erstreckt: „Wir haben festgestellt, dass Kremers Geige mit der MK 21 am besten klingt”, sagt Vilius. Die MK 21 (Breite Niere) ist seitdem generell eine der bevorzugten Kapseln von BMR für Streicheraufnahmen.

Die MK 22 (Offene Niere) erfüllt eine andere Rolle. Aleksandra setzt sie vor allem für Klavier ein und schätzt ihre klanglichen Qualitäten: „Die MK 22 ist fantastisch. Der Klangcharakter ist außergewöhnlich, und manchmal glaube ich, sie hilft den Musikerinnen und Musikern sogar, besser zu spielen.”

Für immersive Produktionen setzt BMR auf die Kugelmikrofone von SCHOEPS. Aufgrund der Einschränkungen bei Videoproduktionen können sie gängige immersive Mikrofonarrays (wie dasDecca Tree 3D) allerdings häufig nicht verwenden. Stattdessen setzen sie MK 2 oder MK 2S Kapseln an verschiedenen Positionen im Saal ein, um die Dekorrelation zu erreichen.

Kürzlich hat das Paar zwei V4 Mikrofone zu ihrer Sammlung hinzugefügt. Obwohl das V4 oft als Gesangsmikrofon verwendet wird, experimentieren Vilius und Aleksandra damit auch an anderen Klangquellen. „Wir haben festgestellt, dass das Cello damit besonders gut klingt, da sich der Frequenzgang von Cello, menschlicher Stimme und Saxofon sehr ähnelt”, erklärt Vilius.

Das V4 ist auch bei den Musikerinnen und Musikern selbst beliebt. „Wenn wir den Künstlern zeigen, welche Mikrofone wir verwenden, sind die Sängerinnen und Sänger besonders begeistert”, sagt Aleksandra. Das markante Erscheinungsbild des Mikrofons ist zu einem unerwarteten Pluspunkt geworden: Gesangssolisten haben sie gebeten, damit Selfies zu machen, um sich selbst zu promoten. „So bekommen wir einen tollen Klang und ein tolles Bild”, ergänzt sie.

 

 

ZUVERLÄSSIGKEIT UND FLEXIBILITÄT

Das modulare Design der Colette-Serie steht im Zentrum von BMRs Arbeit, und Vilius Keras betont nachdrücklich ihre Zuverlässigkeit: „Der modulare Aspekt ist unglaublich wichtig, weil es jedes einzelne Mal funktioniert”, sagt er. „Wir haben viele verschiedene modulare Systeme ausprobiert, und SCHOEPS bleibt die Nummer eins in Sachen Robustheit. Die Schraubverbindung zwischen Kapsel und Verstärker versagt nie. Sie funktioniert einfach immer.”

Über die mechanische Zuverlässigkeit hinaus schätzt Vilius die klangliche Neutralität der SCHOEPS Mikrofone als kreatives Fundament. „Was ich an SCHOEPS Mikrofonen am meisten schätze, ist, dass man sie in alles verwandeln kann, was man braucht, weil der Ausgangspunkt natürlich und neutral ist”, erklärt er. „Man kann davon ausgehend jeden Klang kreieren (mit Plug-ins, wenn man möchte), behält aber immer diesen linearen Frequenzgang.”

Aleksandra Kerienė und Vilius Keras verfolgen denselben Anspruch an Zuverlässigkeit und Flexibilität auch beim Rest ihrer Signalkette. Der analoge Signalweg führt von den Mikrofonen über Mogami 2534 Quadstar-Kabel zu DirectOut Andiamo MC und Prodigy MC-Vorverstärkern und Ferrofish AD-Wandlern. Von dort geht es per MADI-Glasfaser weiter zu Audio-Interfaces der RME Madiface- und Digiface-Serie. Postproduktion und Mischung erfolgen in Sequoia. Beim Monitoring setzt das Paar in mobilen Aufnahmesituationen auf Genelec. Hier zählen Robustheit und kompakte Abmessungen. In ihrer Studioumgebung nutzt BMR ein 7.1.4-System aus Dynaudio-Air Lautsprechern.

STUDIO RESIDENCE PALIESIUS: DER KÜNSTLER STEHT AN ERSTER STELLE

Vor etwa zehn Jahren haben Aleksandra und Vilius etwas Ungewöhnliches geschaffen: eine Studio-Residenz auf dem Gelände des Paliesius-Herrenhauses aus dem 17. Jahrhundert, tief in den litauischen Wäldern. Der hufeisenförmige Konzertsaal aus Stein, Glas und Holz hat bereits Aufnahme-Sessions für Künstler wie unter anderem Gidon Kremer, Lucas Debargue, David Geringas, Martynas Levickis, Zhu Xiao-Mei, Yunjie Chen und das Klenke Quartett beherbergt. 

„Es ist ein außergewöhnlich magischer Ort in Litauen, mitten im Nirgendwo, in den Wäldern”, beschreibt Aleksandra. Die Philosophie hinter dem Studio baut auf ihrer Überzeugung auf, dass die Stimmung der Künstler der wichtigste Faktor bei einer Aufnahme-Session ist. „Das Empfinden der Künstler sollte immer an erster Stelle stehen. Wenn sich Künstler wohlfühlen, erzielen wir die besten Ergebnisse.”

 

 

In der Paliesius-Residenz leben und arbeiten die Musiker von morgens bis abends zusammen, umgeben von der Musik und ihrem Aufnahmeprozess, aber auch mit dem Freiraum, sich zu entspannen. Aleksandra und Vilius beziehen die Künstler direkt ein: Sie laden sie ein, sich Takes anzuhören und zu erfahren, was die Wahl verschiedener Mikrofone in der Postproduktion ausmachen kann. Kürzlich hat die litauische Mezzosopranistin Justina Gringytė ihr Album im Studio aufgenommen; Vilius hält den Raum für ideal für Gesangs- und Kammermusikaufnahmen. Im vergangenen Dezember haben Vilius und Aleksandra außerdem ein Programm des dänischen Komponisten Poul Ruders aufgenommen, wofür die Atmosphäre des Herrenhauses Paliesius, umgeben von Wäldern und Natur, ideal war.

DAS UNSICHTBARE MIKROFON

 

Auf die Frage, welche Produktionen ihre Aushängeschilder sind, antwortet Vilius auf eine Weise, die verrät, wie er und Aleksandra über ihr Handwerk denken: „Wir sind am stolzesten auf die Produktionen mit dem bestmöglichen Klang, bei denen man die Mikrofone aber nicht sehen kann”, sagt er. „Das ist die interessanteste Herausforderung für uns.”

Seine Begründung ist praktischer Natur: Ein Mikrofon in der optimalen akustischen Position zu platzieren und ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist einfach. „Das kann jeder mit jeglicher Art von Equipment”, räumt er ein. Die eigentliche Herausforderung stellt sich, wenn das Mikrofon versteckt, in einer ungünstigen Position platziert oder vollständig aus dem Kamerabild gehalten werden muss. „Mit SCHOEPS können wir ein Mikrofon überall hinstellen, und der Klang ist trotzdem exzellent. Das ist der Moment, in dem wir wirklich stolz auf unsere Arbeit sind.”

Für Aleksandra Kerienė und Vilius Keras ist es genau das, was SCHOEPS Mikrofone möglich machen: Aufnahmen, bei denen die Technik verschwindet und nur die Musik bleibt.

Mehr über Baltic Mobile Recordings: bmr.lt
Mehr über Studio Residence Paliesius: studioresidence.lt

 

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