Wer ist Chris Allen?

Chris Allen ist mehrfacher Grammy-Gewinner und arbeitet als Toningenieur in New York City, mit Schwerpunkt auf Aufnahme, Mischung und Mastering. Mit fast drei Jahrzehnten Erfahrung hat er sich zu einem der gefragtesten Toningenieure im Jazzbereich entwickelt und arbeitet in einigen der besten Studios der USA.

Allen war mehrere Jahre lang als leitender Toningenieur bei Sear Sound, New Yorks ältestem Tonstudio, beschäftigt, bevor er sich selbstständig machte. Heute arbeitet er bei Second Take Sound in Manhattan und ist regelmäßig in den Power Station Studios, den Samurai Hotel Studios in Queens sowie den Esplanade Studios in New Orleans tätig – einer umgebauten Kirche, die er als „einen spektakulären Ort zum Aufnehmen" beschreibt.

Seine Referenzen erstrecken sich über die gesamte Welt des zeitgenössischen Jazz und darüber hinaus: Joshua Redman, Chris Potter, Joe Lovano, Samara Joy, Kurt Elling, Kendrick Scott, Jonathan Blake, Steve Wilson und viele andere. Er hat zahlreiche Aufnahmen für Labels wie Blue Note, Decca und ECM gemacht. Zu seinen Grammy-Auszeichnungen zählen Kurt Ellings Secrets Are the Best Stories (Bestes Jazz-Vocal-Album bei den 63. Grammy-Awards 2021) und Samara Joys Linger Awhile (Bestes Jazz-Vocal-Album und Bester neuer Künstler bei den 65. Grammy-Awards 2023).

Eine Anfrage von Manfred Eicher

Allen lernte SCHOEPS während einer Session für ECM Records kennen. Der legendäre Produzent Manfred Eicher hatte Sear Sound mit der Produktion von Joe Lovanos Trio-Album Trio Tapestry beauftragt, und seine Anweisungen waren unmissverständlich. „Manfred schickte eine E-Mail: ‚Wir brauchen SCHOEPS'", erinnert sich Allen. „Wir hatten damals keine, also mieteten wir zwei Paare – eins kam ans Klavier und eines an Joes Gong-Setup."

Der Soundcheck dauerte dreißig Minuten, dann öffnete Allen seinen Laptop und schaute nach einem Paar CMC 6-Verstärkern. „Diese erste Erfahrung hat mich total umgehauen", sagt er. „Der Klavierklang war kristallklar, aber ehrlich. Absolut authentisch und warm. Er beinhaltete alles, was ich schon immer mühsam an diesem Klavier abzubilden versucht hatte. Und bei den Gongs waren der Klang und das Anschlagverhalten einfach unglaublich."

Innerhalb von zwei Wochen nach dieser Session besaß Allen sein erstes Paar. Seitdem hat er sie bei jeder Aufnahme verwendet. „Ich übertreibe nicht", sagt er, „Bei jeder einzelnen Aufnahme, die ich gemacht habe, waren sie dabei."

Ein Overhead-Mikrofon, das keinen EQ braucht

Allens bevorzugte SCHOEPS-Konfiguration ist der CMC 6-Verstärker in Kombination mit der MK 4-Nierenkapsel – er greift bei jeder Session darauf zurück. In neunzig Prozent der Fälle setzt er das Paar als Drum-Overheads ein. Sie sind die Basis seines Drum-Sounds.

„Sie bilden so viel Anschlag und Impuls ab und bewahren dabei trotzdem viel Klangfarbe und Fülle bei den Becken", erklärt Allen. „Es sind die einzigen Beckenmikrofone, die ich nicht filtern muss, und genau das ist mein Ziel. Ich bin, ehrlich gesagt, jedes Mal aufs Neue begeistert von ihnen."

 

Die Basis des Jazz-Schlagzeug-Sounds

Bei Jazz-Aufnahmen treiben die Becken die Musik voran. Das Pattern der Ride-Becken, der Hi-Hat-Puls, die Crashes und Akzente sorgen für die musikalische Energie, sodass Allen seinen gesamten Schlagzeugsound darauf aufbaut, was die Overhead-Mikrofone abbilden.

„Die Klarheit und der Fokus müssen auf den Punkt stimmen und sauber aufgenommen werden, denn das beeinflusst am Ende jede Entscheidung beim Mischen", sagt er.

Allen positioniert das CMC 6 mit MK 4-Kapseln nah an den Becken, um so viel wie möglich von der Artikulation der Sticks einzufangen. Er balanciert das Paar so aus, dass die Snaredrum mittig im Stereobild steht, auch wenn die Bassdrum dadurch manchmal etwas seitlicher abgebildet wird.

Manchmal richtet er die Kapseln auch leicht von der Snare weg, um Übersprechen zu vermeiden, da Stützmikrofone die Snare zusätzlich aufnehmen. „Das gesamte Schlagzeug basiert auf dieser ehrlichen, sauberen Aufnahme mit den SCHOEPS", sagt er.

Über den Overhead-Mikrofonen platziert er oft ein zweites Mikrofon, um dem Klang mehr Charakter zu verleihen – etwas Wärmeres und Klangvolleres, wie zum Beispiel ein Röhren-Kondensatormikrofon. Doch das SCHOEPS-Paar bleibt das Herzstück. „Zu wissen, dass ich eine sehr cleane und authentische Aufnahme habe, ist mir enorm wichtig", sagt Allen.

 

Der richtige Vorverstärker für ein transparentes Mikrofon

Da das SCHOEPS-Signal so klar und transparent ist, betrachtet Allen den Vorverstärker als den Punkt, an dem er dem Klang Farbe verleiht. Seine Wahl hängt von der jeweiligen Künstlerin oder dem Künstler, dem Instrument und dem Klangcharakter ab, den er erzielen möchte.

Für eine möglichst klare Aufnahme greift er auf die Avalon-Konsolenvorverstärker bei Sear Sound oder auf Outboard-Geräte von Millennia und Grace Design zurück. Wenn er eine Mischung aus Transparenz und Wärme sucht, sind die Vorverstärker Shelford von Rupert Neve Designs seine bevorzugte Wahl. „Sehr klar und gleichzeitig typisch Neve", sagt er. „Das passt wirklich gut zu den SCHOEPS." Bei scharfen Klangquellen, die er abmildern will, greift er zum Tube-Tech MP 1A oder Neve 1073. „Ich glaube, mit der Kombination aus Avalon und Rupert Neve kann man bei keinem Instrument etwas falsch machen", fügt er hinzu.

Die zugrundeliegende Logik ist schlüssig: Das Mikrofon liefert eine neutrale, unverfälschte Ausgangsbasis, und der Vorverstärker prägt den endgültigen Klang. Dieser Ansatz ist von der Präzision der Aufnahme abhängig.

Mikrofonkombinationen für mehr Klangoptionen

Allens Aufnahmekonzept beschränkt sich nicht nur auf Schlagzeug. Bei Solisten kombiniert er gerne ein brillant klingendes Mikrofon mit einem dunkel klingenden – typischerweise ein Kondensatormikrofon mit einem Bändchenmikrofon –, sodass beim Mischen eine klangliche Vielfalt zur Verfügung steht. Beim Klavier verfolgt er einen ähnlichen Ansatz: ein transparent klingendes Mikrofonpaar an der Außenseite des Instruments (oft in NOS- oder ORTF-Konfiguration), ergänzt durch Röhrenmikrofone an der Innenseite, die für Wärme sorgen.

„Beim Mischen habe ich dann die Flexibilität zu sagen: ‚Das soll ehrlicher klingen' oder ‚Das soll mehr Spaß machen'", erklärt er. Das SCHOEPS-Paar dient in diesen Setups stets als transparenter Referenzpunkt.

Eine aktuelle Session mit der Sängerin Stella Cole im Studio A der Power Station veranschaulicht diesen Ansatz in der Praxis. Die von Matt Pierson produzierte und von Alan Broadbent arrangierte Aufnahme It's Magic erschien im August 2025 bei Decca. Allen setzte CMC 6-Verstärker mit MK 4-Kapseln als Drum-Overheads ein, ein Paar CMC 6 mit MK 5-Kapseln in Nierencharakteristik am Klavier und ein weiteres Paar CMC 6 mit MK 5 in Kugelcharakteristik als Raummikrofone für die zwölf Streicher, ergänzt durch ein Decca-Tree-System und weitere Mikrofone. „Wenn man an Power Station schreibt: ‚Gebt mir alle SCHOEPS, die ihr habt', dann ist das meine Art zu arbeiten", sagt Allen lachend.

 

 

Der Klang hinter dem Jazz-Sound

Allens Arbeit führt ihn in einige der renommiertesten Aufnahmestudios der USA. Bei Sear Sound arbeitete er an Joe Lovanos Trio Tapestry für ECM, im Power Station an Stella Coles It's Magic für Decca sowie an Sessions für Blue Note. Bei Electrical Audio in Chicago nahm er Kurt Ellings Wildflowers Vol. 3 auf und in den Esplanade Studios in New Orleans eine Session mit Joshua Redman.

In all diese Räume begleiten ihn seine SCHOEPS Mikrofone. Der Glanz der Becken auf einer Kendrick-Scott-Platte, der Klavierklang bei einer Kurt-Elling-Aufnahme, die Wärme der Streicher bei einer Stella-Cole-Session: All das nahm Allen mit demselben Paar aus CMC 6-Verstärkern und MK 4-Kapseln auf, das er innerhalb von zwei Wochen nach dem ersten Hören gekauft hatte. Seine Wahl hat den Klang einer ganzen Generation von Jazzmusikern still und unauffällig geprägt. Bei vielen der bedeutendsten Jazz-Alben des letzten Jahrzehnts war das erste Glied in der Signalkette immer dasselbe: ein sorgfältig platziertes SCHOEPS Colette-Mikrofon, das kein Detail ausgelassen hat.

 

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